Ich mache auch mal einen Anfang:
Saar-Karee : Berichte in P&B # 18 s 9 und #21 s 9: (ich bin sicher, ihr alle habt Planen und Bauen, die letzten 5 Ausgaben mindestens zu Hause auf dem o)
wow, man glaubt es ja nicht, das gibt es noch bauherren, denen möchte man die Füße küssen:
einfach einen ganzen block genommen und darin über 300 wohnungen mitten in der stadt!
nicht ein büro! wer sich auf dem frankfurter immobilienmarkt auszukennen glaubt, der weiß was für ein verheerend vernichtendes geschäft wohnungsbau in frankfurt ist, welch miserable mieten hier (im vergleich meinetwegen mit berlin oder auch bielefeld) nur gezahlt werden.
dann noch einen kleinen platz gesponsort......man möchte bei der beschreibung des projekts glatt in ehrfurcht erstarren!
also da hinterm Bahnhof war ich schon lange nicht mehr, und mir kam so der Gedanke, da kann man ja auch mal wieder nachschauen.
Erstarrt bin ich dann aber vor was ganz anderem:
Was zum Teufel ist das denn? Die Wiedererstehung der Eighties at their worst, oder habe ich einfach schon so lange keinen Wohnungsbau in der Innenstadt mehr miterleben dürfen? Die Farbwahl, und die materialien machen mir wieder klar, warum wohnen in der innnenstadt immer noch nicht so ganz dem eigenheim vorzuziehen ist, da darf man seine Geschmackssauereien wenigstens selber dem architekten aufoktruieren, und kann diesen moment der Macht selber auskosten, aber was inspiriert das hier ? kann denn der herr, der die fassade zu verantworten hat echt nix anderes?....
....(man mache sich das Klar) über dem letzten rest von vernunft, sprich poliertem stein die vier geschosse darüber mit putz von der farbe von der haut von gelbsüchigen schweinen, mein Gott, ist das missglücktes altrosa? das lasse ich mir ja noch auf der der tagesdecke meiner freundin gefalllen, aber hier???das soll dann wohl dann mit dem poppig-violett der fenster-und türrahmen korrespondieren, die der türrahmenherstellende schwager des architekten schon seit 20 jahren auf halde liegen hatte. nicht, dass ich mich nicht freue, dass er sie doch noch losgeworden ist, aber ach......das hätte doch in weitern 20 jahren auch bestimmt noch in berlin oder bielefeld geklapppt!
ich kann mich hier eigentlich nur über 3 richtige entscheidungen freuen:
1. es wird dank diesem teil bald zwischen 300-400 ew. neue frankfurter wohnbevölkerung geben
2. der platz (hier unten zu sehen) ist bisher nicht fertig, ich hoffe, dass das mehr wird, als eine gut gemeinte geste.
3. die todesstrafe ist abgestafft, das gilt auch für architekten
Ok, jetzt aber auch noch was versöhnliches: abgesehen davon, dass es beschissen aussieht, ist das ein hervorragendes Stück städtebau, man kann es sich eigentlich nicht besser wünschen: Läden auf erdgeschssebene, perfekte location, und tatsächlich bei aller Kritik, aber der bauherr lässt sich den block ein ganzes viertel kosten, um einen kleinen park, oder platz, oder sowas entstehen zu lassen. ich schätze, an dessen gutem willen hat es nicht gefehlt, aber der architekt vertsteht was von baumassenverteilung, aber nichts von details.
arkaden, rück- und vorsprünge, möglichst viele eigene hauseingänge, individualität, nebenbei eine noch höhere wohndichte, hätte man sich gewünscht!
ich weiss nicht ganz, was ich davon halten soll......